“Abenteuer Wald”

Nach mehr als drei Wochen in Griechenland sind wir wieder zurück in Deutschland. Da meine Eltern zuvor schon sechs Wochen in Spanien verbrachten, war die Sehnsucht nach Tochter und (vor allem) Enkel so groß, dass Mama und Papa nun am liebsten jede freie Minute mit uns verbringen möchten. Und auch wir haben uns sehr auf das Wiedersehen gefreut und genießen die gemeinsame Zeit.

Um den heißen Temperaturen zu entfliehen, haben wir vor ein paar Tagen einen ausgiebigen Waldspaziergang gemacht. Mit einem Kleinkind braucht man dann für eine Strecke von etwa 1,5 Kilometern gut und gerne mal knapp zwei Stunden. Denn es gibt im Wald ja so viel zu entdecken. Es gab Zeiten, da hat mich dieses Rumtrödeln und überall Stehenbleiben ganz wahnsinnig und kribbelig gemacht. Mittlerweile kann ich diese stressfreie und entspannte Art spazieren zu gehen richtig genießen und ich bin froh darüber, dass ich die Welt mit den Augen meines Sohnes noch einmal neu entdecken kann. Was würde ich alles übersehen, wenn ich im Eilschritt durch den Wald marschierte…

Springkraut ist vielerorts eine Plage, weil es sich unkontrolliert ausbreitet und anderen Pflanzen den Lebensraum nimmt. Ich muss gestehen, dass ich die Knospen dieses Unkrauts immer noch unglaublich gerne platzen lasse. In diesem Fall hat daher nicht nur mein Sohn das Tempo gedrosselt, sondern auch ich bin an jedem Strauch stehen geblieben und hatte riesigen Spaß mit den herumspringenden Samen.

Ursprünglich hatten wir vor, unsere Füße im plätschernden, kühlen Bach zu erfrischen. Doch leider plätscherte es nicht mehr wirklich, denn der Bachlauf war durch die langanhaltende Trockenheit beinahe leer.

Den Proviant, den ich vorsorglich eingepackt habe (man weiß ja nie…!), trug ich völlig umsonst in meinem Rucksack durch den Wald, denn am Wegesrand wuchsen Waldhimbeeren und Brombeeren in Hülle und Fülle. Mein Papa hat als (Jäger und) Sammler ausgesprochen viel Engagement gezeigt und so futterten wir uns von einem Strauch zum nächsten.

Wir waren also gut beschäftigt mit Springkraut und Beerenobst. Und dann entdeckten wir auch noch Hufspuren und Pferdeäpfel, Schmetterlinge und Babyvögel, Federn von Eichelhähern und Tauben, Haselnüsse und Holunder, Äste, Steine und Tannenzapfen und Spazierstöcke… Bei einer langen Wanderung sind Spazierstöcke nämlich enorm wichtig.

Wir verbrachten einen wirklich schönen Vormittag in der Natur. Und sollte ich mich mal in einem Wald verlaufen, dann am liebsten mit meinem Papa. Er würde für uns Wasser und etwas Essbares auftreiben, könnte uns einen Unterschlupf bauen und würde sicher auch einen sicheren Weg nach Hause finden – und ganz nebenbei würde er mir bestimmt viele interessante Geschichten über den Wald und das Leben darin erzählen. “Der Große beschützt den Kleinen.”

Ein Kommentar zu „“Abenteuer Wald”“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.