Die märchenhafte Burg Eltz

Wer braucht schon Schloss Neuschwanstein?! 😉 Das habe ich mir am Sonntag zum wiederholten Male beim Anblick der Burg Eltz bei Münstermaifeld gedacht. Bei meiner Arbeit habe ich immer wieder mit tollen Bildern aus Rheinland-Pfalz zu tun. Natürlich gehören Bilder von Burgen und Schlössern auch dazu. Am Sonntag aber konnte ich mich von der Schönheit und der märchenhaften Kulisse der Burg Eltz endlich mal wieder persönlich überzeugen.

Nachdem wir am Samstag die Mosel bei einer Weintour unsicher machten, besuchten wir Sonntag mit Freunden die beeindruckende Feste mitten im Wald. Die meisten Burgen in Rheinland-Pfalz liegen in den malerischen Flusstälern von Rhein und Mosel. Burg Eltz hingegen befindet sich in der Eifel und gehört zu den wenigen Burgen, die niemals eingenommen werden konnten. Sie zählt zu den bekanntesten Burgen in Deutschland und zierte einst sogar den 500 Mark-Schein.

Mit dem Bau der Burg wurde vermutlich Anfang des 12. Jahrhunderts an einer wichtigen Handelsstraße zwischen Mosel und Eifel begonnen und erstreckte sich über mehrere Epochen. Heute kann man Teile der Burg bei öffentlichen Führungen besichtigen. Wir nahmen an einer solchen Führung teil und erfuhren zahlreiche spannende Informationen zur Entstehung, der Geschichte und dem Leben auf der Burg.

Leider dürfen im Inneren der Burg keine Fotos gemacht werden. So müssen wir uns mit Motiven von der Außenansicht begnügen. Während der Führung durch die Innenräume bestaunten wir eine Waffenkammer und einen Rittersaal mit Rüstungen und Waffen. Der Rittersaal diente als Fest- und Verhandlungsraum. Eine Art Maske an der Wand symbolisiert die Redefreiheit, das Relief einer Rose steht für die Schweigepflicht. Was im Rittersaal besprochen wurde, durfte die Räume nicht verlassen.

Das Schlafzimmer des Burgherren wirkte mit den Wandmalereien, einem Kamin und dem Himmelbett, das auf einem Podest steht und über ein paar Stufen erreichbar ist, richtig gemütlich. Das Bett wurde auf einem Podest errichtet, weil warme Luft nach oben steigt und so die Wärme, mit Hilfe der dicken Vorhänge, besser im Bett gehalten werden konnte. Wir lernten, dass aus dieser Zeit der Ausdruck “ins Bett steigen” stammt.
Beim Durchqueren weiterer Zimmer erfuhren wir spannende Geschichten aus dem Leben der Burgbewohner und beendeten die Führung in der Burgküche. In der Küche befindet sich eine große Kochstelle, ein mittelalterlicher Kühlschrank und weitere mittelalterliche Küchenutensilien. Die Arbeit in der Küche muss damals sehr anstrengend und schweißtreibend gewesen sein.
Überhaupt stellt man sich das Leben auf einer Burg immer ganz romantisch und angenehm vor. Bei einer Führung erhält man dann aber einen Eindruck von den schwierigen Lebensbedingungen, die auf einer solchen Festung im Mittelalter herrschen mussten.

Nach der Führung saßen wir noch eine Weile im Innenhof der Burg und konnten uns nicht so recht entschließen, den Rückweg zum Parkplatz anzutreten. Denn so angenehm der Weg hin zu dem historischen Gemäuer ist, denn es geht nur bergab, umso anstrengender ist es, den steilen Berg zurück zum Auto zu erklimmen – vor allem bei schwül-heißem Wetter. Aber die Anstrengungen lohnen sich, und wenn man nicht so knauserig und sportlich ist wie wir ;-), dann kann man für zwei Euro pro Person auch einfach mit dem Shuttlebus fahren.

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