Draisinentour – Erlebnis pur

Abgesehen von ein paar Anlaufschwierigkeiten hat sich der Sommer in diesem Jahr doch noch prächtig entwickelt, und nach unserem ausgiebigen Sommerurlaub in Griechenland genossen wir das traumhafte Wetter bei einigen Ausflügen in unserer Heimat.
Einer dieser Ausflüge führte uns in die Pfalz und von dort an die Nahe. Mit Kind und Kegel, besser gesagt mit Kind, Mann und Schwiegereltern machten wir eine Draisinentour… Erlebnis pur! 🙂

Dieser Spruch klingt zwar ein wenig konstruiert – und ich muss gestehen, dass ich zunächst etwas skeptisch war – aber es hat wirklich riesigen Spaß gemacht mit der Draisine auf den Gleisen entlang zu fahren. Unser Startpunkt lag in Lauterecken und wir fuhren über Orte wie Rehborn oder Meisenheim bis nach Staudernheim. Diese Strecke ist etwa 20 Kilometer lang und für Anfänger genau richtig.

Solche Anfänger waren wir, und wegen der enormen Hitze entschieden wir uns für eine E-Draisine. Ähnlich wie bei einem E-Bike unterstützt bei dieser Draisine ein elektrischer Motor die Trittleistung der Pedale. Sehr praktisch war außerdem die Halterung für einen Sonnenschirm, den wir vorsorglich mitgenommen hatten und gut gebrauchen konnten. So saß vor allem das Baby ständig im Schatten und war prima vor der Sonne geschützt.

Wir fuhren nach einer kurzen Einweisung am Bahnhof in Lauterecken los und rollten auf unserem Weg durch grüne Wiesen und Felder, durchquerten Wälder und… nach etwa sechs Kilometern war der Akku des Gefährts leer und der Motor gab seinen Geist auf. “Hervorragend” dachten wir “Eine E-Draisine ohne E!”. Die ist leider durch den zusätzlichen Motor schwerer als die Standard-Variante ohne Motor. Und so strampelten wir im Wechsel immer zu dritt was das Zeug hielt, und es ging erstaunlicherweise doch recht zügig voran. (Anmerkung: Der Veranstalter war sehr kulant und hat uns einen Teil der Kosten erlassen.)

Wir fuhren durch eine recht abwechslungsreiche Landschaft. Hin und wieder passierten wir ein Dorf und ich begann von einem alten Bahnhof zu träumen, den ich als Wohnhaus umbauen und restaurieren könnte. Davon gab es nämlich einige, hübsche Exemplare am Wegesrand und ich bekam Lust, sofort dort einzuziehen.

Zwischenzeitlich überlegten wir, ein längeres Video zu drehen und dieses für die Fernsehreihe “Eisenbahnromantik” zur Verfügung zu stellen. Statt dem Schnaufen der Dampflokomotive hätte man in diesem Video allerdings nur unser Schnaufen gehört. Romantisch wäre das wohl nicht gewesen. 😉

Die letzten zwei Kilometer kamen uns sehr lang vor. Gefühlt ging es nur noch bergauf, und trotz einiger Pausen -inklusive Kuchen und Gebäck – kamen wir müde und ausgepowert an unserem Ziel an. Doch das hat die Freude an unserer Tour nicht getrübt und wir waren uns gleich sicher, dass diese Fahrt mit einer Drasine sicher nicht unsere letzte war.
Eine Draisinenfahrt ist eine ungewöhnliche und spannende Art eine Gegend zu erkunden. Man kann sich ganz gemütlich fortbewegen, oder das Ganze auch etwas sportlicher angehen. Pausen können jederzeit eingelegt werden, nur der Weg ist durch den Verlauf der Gleise schon festgelegt. Geübte Fahrradfahrer haben am nächsten Tag wahrscheinlich auch kaum Muskelkater in den Beinen und weniger Probleme mit ihrem Hinterteil. 😉

Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Meisenheim. Im kleinen, hübschen Ortskern des Ortes stärkten wir uns mit kühlen Getränken und einem Eis. Das Baby spielte mit der Oma am Brunnen und mein Mann und ich freuten uns schon darauf, auf der Heimfahrt die Beine im Auto ausstrecken zu können.

Mein Fazit: Unbedingt ausprobieren! Egal, ob mit der Familie, Freunden oder auch Kollegen… Draisinentour – Erlebnis pur! 🙂

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