Griechenland 2017 – Vol. 2

Griechenland gehört zu unseren absoluten Lieblingsreisezielen. Mit meinen Eltern habe ich den Sommerurlaub meist in Spanien verbracht, aber mein Mann konnte mich recht schnell für Griechenland begeistern. In den fast 17 Jahren, die wir nun gemeinsam unterwegs sind, besuchten wir mehrmals Athen, zahlreiche Orte auf der Peleponnes (griech. Halbinsel) und einige traumhafte griechische Inseln wie Zakinthos, Poros oder Santorin. Im Sommer fahren wir gerne zum Zelten dorthin, ansonsten bevorzugen wir Appartements.

Ende Oktober verschlug es uns, nach einem dreiwöchigen Campingurlaub im Sommer bei Nafplion, zum zweiten Mal nach Griechenland. Im Herbst zeigt sich “Hellas” gerne von seiner besten Seite. Die Hitze des Sommers ist vorüber, das Meer noch angenehm warm und die meisten Touristen sind bereits abgereist. Wir flogen zunächst nach Athen zu einer befreundeten Familie und verbrachten mit ihnen eine wundervolle Zeit mit leckerem Essen und einem sonnigen Tag am Strand in der Hauptstadt Griechenlands.

Nach zwei entspannten Tagen in Athen ging es weiter zur ehemaligen griechischen Hauptstadt Nafplion. Dort quartierten wir uns in einem hübschen kleinen Guesthouse ein. Das Anthemion Guesthouse liegt auf einem Hügel etwas oberhalb des Stadtzentrums und wird von einer sehr freundlichen und hilfsbereiten Familie geführt. Die Zimmer und Appartements sind geschmackvoll eingerichtet und sehr sauber. Wir haben unser Appartement ohne Frühstück gebucht und trotzdem brachten uns die Angestellten jeden Morgen Kuchen und Obst vom Frühstücksbuffet an unsere Wohnungstür – vor allem natürlich für unseren Sohn David, in den sich die Besitzerin ein wenig verliebt hatte. Wir haben uns dort wirklich pudelwohl gefühlt.

Wir fahren schon seit vielen Jahren immer wieder nach Nafplion. Daher kennen wir in der Stadt und in der Umgebung mittlerweile zahlreiche schöne Plätze und Orte. Schon einige Freunde und Familienmitglieder kamen mit uns in diese Gegend und es macht uns große Freude, ihnen dieses wunderschöne Fleckchen Erde zu zeigen. Und auch im Herbst folgten zwei Freunde unserer Empfehlung. Sie reisten uns nach und wir hatten erneut die Gelegenheit ein paar Tage als Reiseführer zu fungieren und sie an viele sehenswerte Orte zu führen.

Epidauros

Epidauros ist ein Kurort und eine Kultstätte der Antike. Es liegt ein paar Kilometer entfernt vom Ort Palea Epidauros in einer Ebene der Region Argolis, die von bewaldeten Hügeln umringt ist. Die Hauptattraktion dieses sehenswerten UNESCO-Weltkulturerbes ist das über 2.300 Jahre alte Theater, insgesamt 14.000 Menschen finden Platz auf den Stufen aus Stein. Im Herbst hält sich der Andrang in Grenzen, doch im Sommer scharen sich die Touristen in den 55 Sitzreihen. Die Akustik des Theaters ist einmalig. Selbst in den oberen Rängen hört man eine Münze auf den Boden der Orchestra fallen und einige Besucher geben zur Demonstration eine Gesangseinlage zum Besten.

Im Juli und August finden in dieser einzigartigen Kulisse jährlich Theaterfestspiele statt. Es werden nur Stücke der antiken griechischen Dramatiker wie Euripides oder Sophokles aufgeführt. Mittlerweile haben wir bestimmt schon drei oder vier Aufführungen gesehen und waren, auch wenn wir kein Wort verstanden, von der Kulisse und der Atmosphäre begeistert. Wir haben klassische und moderne Inszenierungen gesehen, Stücke mit und ohne Gesang und jedes Mal konnte ich mir genau vorstellen, wie vor bereits über 2.000 Jahren Menschen auf den Steinstufen saßen und gespannt der Darbietung der Schauspieler folgten. Aufgrund der hervorragenden Akustik verzichten die Darsteller auf Mikros und Verstärker.

Ein paar Tipps zum Besuch des Festivals:

  • Sitzkissen mitbringen: Im Sommer heizen sich die Sitzreihen durch die Sonne auf und speichern die Wärme bis in den späten Abend. Ohne eine Unterlage wird es auf Dauer unangenehm warm am Popo.
  • Reklam-Heft kaufen: Da die Stücke im Original, also in (alt)griechisch präsentiert werden, empfiehlt es sich, im Vorfeld herauszufinden, welches Drama gezeigt wird. Damit wir der Geschichte folgen konnten, kauften wir uns immer zur Vorbereitung im Zeitungsladen auf dem Syntagma-Platz in Nafplion das passende Reklam-Heft in deutscher Sprache.
  • Tickets: Infos und Tickets gibt es unter www.greekfestival.gr. Wir sind aber meistens etwas früher hingefahren und haben die Tickets vor Ort gekauft.

Die Himmelfahrtskapelle von Chouni

Auch dort waren wir bereits mehrmals, in diesem Jahr aber zum ersten Mal mit Kind. Ich finde, die Kapelle hat ihren Namen verdient, denn sie liegt tatsächlich Richtung Himmel hoch oben in eine Felswand gezwängt. Etwa 9 Kilometer von Argos entfernt, fährt man durch Orangen- und Olivenhaine und muss die Zufahrt und den kleinen Parkplatz unterhalb der Kapelle etwas suchen. Kaum ausgeschildert ist dieses kleine Gotteshaus ein echter Geheimtipp. Tatsächlich sind wir dort noch nie anderen Menschen begegnet.

Der Aufstieg führt über etwa 160 unregelmäßige, steile und enge Stufen und ist nichts für Menschen mit Höhenangst. So kommt es meistens, dass ich für den Transport von Wasserflaschen und/oder Kind zuständig bin, während mein Mann sich an das dünne Geländer klammert.

Oben angekommen wird man mit einer atemberaubenden Aussicht auf das weite Tal belohnt. Neben einer Felsgrotte befindet sich dort eine kleine, gemauerte Kapelle – beide mit Ikonen und Blumen dekoriert. In der letzten Ecke findet man sogar eine Toilette zur Befriedigung irdischer Bedürfnisse. Diese ist allerdings bereits arg in die Jahre gekommen und schon länger nicht (oder sogar nie) gesäubert worden. Und jedes Mal, wenn ich mich dort in luftiger Höhe umsehe, frage ich mich, warum ausgerechnet dort diese winzige Kirche errichtet wurde, wo doch der Aufstieg auch ohne Baumaterialien schon fast schweißtreibend ist.

Strand von Tolon

Der Strand von Tolon ist eigentlich wunderschön – weitläufig, mit feinem, weißen Sand und einem seichten Übergang ins Wasser. Im Sommer ist dieser Strand jedoch von Menschenmassen übervölkert. Daher meiden wir den Ort in den heißen Monaten und weichen lieber auf kleinere Strände und Buchten aus. Im Herbst war der Strand im beliebten Touristenort allerdings perfekt: fast menschenleer, sauber und ruhig. In der Sonne war es schön warm und so verbrachten wir viele schöne Stunden dort – mit Planschen im Meer, Sonne, Förmchen und Sandburgen bzw. Sandamphitheatern.

Viele Stunden verbrachten wir auch in unseren Lieblingsrestaurants, denn in Griechenland kann man wahnsinnig gut und günstig essen – zum Beispiel bei Vicky in Lefkakia bei Nafplion.

Das war nun ein erster Einblick in unseren Herbsturlaub. Weitere Eindrücke zu Nafplion und unserem Tagesausflug zum Kloster Elonis bekommt ihr in meinen nächsten Beiträgen.

2 Kommentare zu „Griechenland 2017 – Vol. 2“

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