Windhoek – das Tor zu Namibia

Im Jahr 2007 stand für meine Familie und mich eine ganz besondere Reise an. Diese Reise führte uns das erste Mal auf einen fremden Kontinent. Und mit dieser Reise erfüllte sich nicht nur für meine Eltern ein Traum, auch mein Bruder und ich waren gespannt auf unser Abenteuer in Afrika. Im Oktober flogen wir gemeinsam mit einer befreundeten Familie für zwei Wochen nach Namibia.

Namibia ist ein Staat im südlichen Afrika. Der Westen des Landes liegt an der Küste zum Atlantischen Ozean. Insgesamt leben etwa etwa 2,1 Millionen Menschen in diesem Land, das bis 1915 eine deutsche Kolonie war. Die Spuren der Kolonialzeit sollten uns auf unserer Reise immer wieder begegnen. Die Amtssprache in Namibia ist Englisch, die Verständigung mit den Einwohnern daher problemlos. Gewöhnungsbedürftig hingegen ist der Linksverkehr.

Nach einem langen Nachtflug, der abgesehen von einem Gewitter recht ruhig, aber mit wenig Schlaf verlief, landeten wir am Morgen des ersten Tages auf dem Hosea Kutako International Airport bei Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Windhoek liegt ziemlich genau in der geographischen Mitte Namibias und ist mit etwa 320.000 Einwohnern die größte Stadt des Landes.

Ganz aufgeregt darüber endlich afrikanischen Boden unter unseren Füßen zu spüren, begannen wir direkt nach dem Verlassen des Flugzeugs unsere Kameras auszupacken und Bilder zu knipsen. Schon kurz darauf bekamen wir allerdings einen ordentlichen Rüffel… Das Fotografieren auf dem Rollfeld des Flughafens ist verboten. Egal, im Laufe unserer Reise sollten wir noch ausreichend viele Fotos machen.

Nachdem wir in unserer Unterkunft, der Roof of Africa Lodge, eingecheckt und uns kurz ein wenig ausgeruht hatten, starteten wir eine Erkundungstour durch die Stadt. Die Lage der Lodge war sehr günstig, denn zu Fuß erreichten wir das Stadtzentrum in nur etwa 15 Minuten.

Reetgedeckte Häuser… Typisch Namibia???

Auf unserem Streifzug durch die Hauptstadt erhielten wir einen ersten, aber wie ich finde nicht unbedingt repräsentativen Eindruck von diesem besonderen Land. Denn in Windhoek selbst ahnten wir noch nichts von den unendlichen Weiten der namibischen Landschaft, den wunderschönen, wilden Tieren im Etosha Nationalpark oder den schwierigen Lebensbedingungen der Menschen vor Ort.

Im Jahr 1890 wurde vom deutschen Offizier Curt von François mit dem Bau einer Festung der Grundstein für die heutige Stadt Windhoek gelegt. Die Alte Feste beheimatet heute das Nationalmuseum Namibias.

Während unseres Aufenthaltes stand vor der Alten Feste das 1912 eingeweihte Reiterdenkmal. Es sollte an die Gefallenen der Schutztruppen während der Herero-Aufstände im Jahr 1904 erinnern. Jedoch betrachtete man das Denkmal nicht immer ganz unkritisch, da es als Symbol der deutschen Kolonialzeit galt. Bei meinen Recherchen im Rahmen dieses Beitrags habe ich gelesen, dass dem Monument im vergangenen Jahr der Status als Nationaldenkmal abgesprochen wurde. In diesem Zusammenhang wurde es, als einfaches Ausstellungsstück, zunächst vor den Haupteingang und dann in den Innenhof der Alten Feste verlegt.

Nicht weit entfernt steht das Wahrzeichen der Stadt, die Christuskirche. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im neu-romanischen Stil erbaut.

Der Tintenpalast liegt etwas oberhalb der Christuskirche und ist Sitz des namibischen Parlaments. Den Namen Tintenpalast erhielt das Verwaltungsgebäude, weil früher beim Ausfüllen von amtlichen Formularen viel Tinte verbraucht wurde. Ein großer Park umgibt den, in der Kolonialzeit erbauten, Palast.

Die Independence Avenue ist eine Hauptverkehrsstraße der Stadt und eine der wichtigsten, großen Einkaufsstraßen. Bis zur Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1990 trug die Avenue den Namen Kaiserstraße.

Da waren wir also… endlich in Afrika. Windhoek ist eine überschaubare Stadt. Sie ist ein guter Startpunkt für eine Reise durch Namibia und um einen ersten, kleinen Eindruck von diesem fremden Land zu erhalten.

Ich muss jedoch gestehen, dass ich im Vorfeld der Reise bei dem Gedanken an Namibia weniger an grüne Parkanlagen, christliche Kirchen oder Luisen Apotheken dachte. 😉 Auch heute noch finde ich es etwas seltsam, dass dort im Süden Afrikas so weit entfernt von Europa diese starken Einflüsse aus Deutschland erkennbar sind. Die Stadt erscheint dadurch eigentlich gar nicht so fremd, und doch hat man das Gefühl, diese Kultur passt irgendwie gar nicht dorthin.

Wir waren dennoch allein durch unseren Spaziergang und den Besuch des Nationalmuseums total fasziniert und fieberten den nächsten Tagen umso mehr entgegen. Zurück im Hotel trafen wir dann am frühen Abend auf Klaus aus Südafrika, der uns die nächsten zwei Wochen das Land zeigen sollte. Das Abenteuer konnte beginnen…

Unterkunft: Roof of Africa Hotel & Conference Centre
Das Hotel besteht aus kleinen Häuschen, in denen 27 Zimmer untergebracht sind. Es gibt ein Restaurant und einen kleinen Pool. Doppelzimmer gibt es aktuell inkl. Frühstück ab etwa 71 Euro (977 Namibische Dollar).

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